Chronik

Kurzfassung

1890     Gründung der Musikkapelle Schweighausen
1930   Gründung des Musikvereins Schweighausen
Erster Vorsitzender: Leopold Wangler
1931   Teilnahme beim Wertungsspiel in Bleibach
1933   Wertungsspiel in Freiburg beim Bundesmusikfest
1945   Auflösung des Vereins durch Dekret der französischen Militärregierung
30.07.1946   Neugründung des Vereins mit Zustimmung der französischen Militärregierung
Erster Vorsitzender: Josef Geiger
Mai 1950   60jähriges Jubiläum der Musikkapelle Schweighausen
Spende der musikbegeisterten und spendewilligen Bürger einer von Frau Ida Hummel angefertigten, gestickten Fahne
August 1960   70jähriges Bestehen der Musikkapelle sowie 30jähriges Bestehen des Musikvereins, Jubiläumsfeier mit 27 auswärtigen Gastkapellen und weiteren Vereinigungen
1963 Teilnahme am Wertungsspiel beim Bundesmusikfest in Offenburg
1969 Dirigentenwechsel nach fast 40 Jahren 
Karl Hämmerle übergab den Taktstock aus gesundheitlichen Gründen an Georg Allgaier
1974 Feier zum 85jährigen Bestehen mit dem Dirigenten Werner Hug aus Ettenheimmünster
1979 90jähriges Jubiläum der Kapelle unter der Leitung von Herrn Herp
01.–04.06.1990 100jähriges Jubiläum der Musikkapelle Schweighausen sowie 60jähriges Bestehen des Musikvereins Schweighausen unter der Leitung von Herrn Heinrich Bohnert
Großes Jubiläum mit 30 mitwirkenden Vereinen und Vereinigungen am Festumzug

 

Ausführliche Fassung

Und so hat es angefangen:
Einige junge, lebensfrohe Burschen haben im nahen Freiamt – Allmendsberg – auf ihrem Sonntagnachmittag-Vergnügen das „Edle Spiel“ kennen gelernt und sich auch dem verschrieben. Anstifter hierzu war der „Pflingst Mathis“ (Mathias Ohnemus vom Pflingstberg). Zu ihm gesellten sich Josef Ohnemus, Markus Göppert (d’r Leisjörg), Kasimir Zehnle, Mathias Feist (d’r Postmathis), Johann Georg Striegel, Landolin Offenburger (d’r Schuehlandel), August Frey, Bernhard Griesbaum (am Mühleberg) und nicht zuletzt Bernhard Striegel. Später kamen noch mehr dazu. Bei der Aufnahme-„Prüfung“ waren 36 Schoppen Bier „nüchtern getrunken“ oberstes Gesetz. Probelokal war die große Bauernstube auf dem Pflingstberghof. Im Sommer wurden morgens um 5 Uhr Proben gehalten, danach gab die altbekannte alte Pflingstbäuerin einen heißen Kaffee. Im Winter waren die Proben abends. Die trockenen Musikantenkehlen „ölte“ man dann mit Most. Im ganzen Schutter- und Münstertal und auch sonst landauf und landab waren die „Pflingstbergmusiker“ bekannt und beliebt. Wie beliebt die Musiker waren, entnehmen wir einer Tagebucheintragung von Pfarrer Sauer, der da schreibt: Am heutigen Herrgott’s Tag haben die hiesige Musikkapelle und die neu gegründete Kapelle von Dörlinbach das Hochamt und die Prozession mit ihren Weisen verschönert – „fast des Guten zuviel“. Zu den jeweiligen Verpflichtungen war man stets zu Fuß unterwegs. Das schwierigste Kapitel war dabei immer wieder das Heimkommen.

Die Mitternachtsstunde schlug ihnen meistens die Frühglocke. Doch sie waren alle wackere Kumpanen und hielten wie die Kletten zusammen. Diesen Gründern der Schweighausener Musik verdankt heute das Bergdorf seine stolze Musikkapelle.

Mit großer Begeisterung bereitete man sich auf das 25jährige Jubiläum vor. Doch der Erste Weltkrieg hat alles zunichte gemacht. Fast alle Musiker wurden zum Dienst an der Waffe gerufen. Am 16. April 1916 starb der Gründer der Kapelle, Mathias Ohnemus. Anfang der 20er Jahre fanden sich dann die aus dem Krieg Heimgekehrten wieder zusammen und begannen auf dem Pflingstberg das begonnene Werk mit einigen weiteren Jungen musikbegeisterten Männern weiterzuführen. Von dem ernsteren und heiteren, aber manchmal auch feucht-fröhlichen Auftreten der „Pflingstbergmusikanten“ können heute noch einige ältere Leute berichten.

Um den Bestand der Kapelle zu sichern, schritt man 1930 zur Gründung eines Vereins. Bereits im Jahre zuvor setzte Franz Joseph Spitz alle Hebel in Bewegung, um diese Gemeinschaft ins Leben zu rufen. Am 12. Januar 1930 unterschrieben 24 Bürger ihren Beitritt. Leopold Wangler wurde zum Ersten Vorsitzenden bestellt. Von nun an kam mächtig Leben in die Reihen der Aktiven. Zu der bislang üblichen Tanz- und Marschmusik kam das Einstudieren von Konzertstücken und Ouvertüren hinzu. Das ganze Dorf hatte seine Freude an der Musikkapelle, die daher auch bereitwillig unterstützt wurde. Die Mitgliederzahl erhöhte sich. Schöne Weihnachtsfeiern wurden zur Tradition, ebenso Jahresausflüge und Gartenkonzerte, die sich immer größter Beliebtheit erfreuten.

Wie nahe Freud und Leid beieinander liegen, musste die Kapelle und der junge Verein im Jahr 1939 bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erfahren. Fast alle aktiven Musiker mussten die Uniform mit dem Soldatenrock und das Instrument mit dem Gewehr wechseln. Das in Vorbereitung stehende 50jährige Jubiläum der Kapelle und das zehnjährige Bestehen des Vereins konnten nicht stattfinden. In den Wirren dieses unheilvollen Krieges sind die aktiven Musiker August Gehring, Andreas Geiger (Erster Vorsitzender des Vereins), Anton Griesbaum, Josef Griesbaum und Andreas Ohnemus gefallen. Im Jahre 1945 erfolgte die Auflösung des Vereins durch Dekret der französischen Militärregierung.

Nur langsam kam wieder Licht in das Dunkel jener Tage. Bereits Ende 1945 begann man wieder mit der Aufstellung einer Kapelle aus alten Musikern, aber auch einige junge musikbegeisterte Männer wurden zur Verstärkung gefunden, und so konnte man bereits am 30. Juli 1946 mit der Zustimmung der französischen Militärregierung den Verein wieder neu gründen. Josef Geiger wurde Erster Vorsitzender und Karl Hämmerle, Sonnenwirt, wieder zum Dirigenten bestellt. Mit neuem Mut begann wieder das Vereinsleben. Die kirchlichen und weltlichen Feiern im Dorf konnten wieder mit Musik umrahmt werden. Erster Höhepunkt für die Kapelle und den Verein war das 60jährige Jubiläum der Kapelle im Mai 1950, an dem auch zahlreiche Gastkapellen den Aufschwung der Blasmusik in Schweighausen zeigten. Zu diesem Jubiläum wurde der Kapelle und dem Verein von musikbegeisterten und spendewilligen Bürgern eine, den Nach-Kriegsverhältnissen entsprechend bescheiden ausgefallene, von Fräulein Ida Hummel (Hesse Ida) angefertigte, gestickte Fahne gestiftet. Im Jahr 1955 war man finanziell in der Lage, daß man neue Uniformen anschaffen konnte, mit der die Kapelle an Pfingsten erstmals an die Öffentlichkeit treten konnte. Im Mai 1956 umrahmte die Kapelle mit ihren Weisen die Feier des 75. Geburtstags und 50jährigen Geschäftsjubiläums des Ehrenmitgliedes und Ehrenbürgers der Gemeinde Schweighausen, Stanislaus Göppert, in Waldkirch.

Im August 1960 konnten die Musikkapelle das 70jährige Jubiläum und der Verein sein 30jähriges Bestehen unter Mitwirkung von 27 auswärtigen Gastkapellen und vier weiteren Vereinigungen feiern.

Steigende Mitgliederzahlen, durch den rührigen Vereinsboten Mathias Kürz (d’Steineberger Mathis), Abhaltung von Gartenfesten und der jährliche traditionelle „Kilwi-Hammeltanz“ sicherten dem Verein die finanzielle Grundlage und so konnte man zum bevorstehenden 75jährigen Jubiläum die Kapelle neu einkleiden. Am 10. und 11. Juli 1965 wurde dieses Jubiläum in bescheidenem, aber würdigem Rahmen gefeiert.

Aber auch der Musikverein Schweighausen und die Kapelle musste die Hetze der Zeit mit in Kauf nehmen. So war im Jahr 1969 ein Wechsel im Dirigentenposten notwendig, nachdem Karl Hämmerle, der fast 40 Jahre den Taktstock gehoben hatte, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen musste. Georg Allgaier, gleichzeitig Dirigent des Musikvereins Biederbach, übernahm die Führung aushilfsweise bis Anfang 1972. Im August 1970 konnte die Kapelle unter seiner Stabführung das 80jährige Jubiläum feiern. Während seiner Dirigententätigkeit wurde auch die erste Jugendkapelle aufgestellt. Trotz angeschlagener Gesundheit übernahm Karl Hämmerle bis Ende 1974 nochmals den Dirigentenposten. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Vereinsführung, wie auch bei den aktiven Musikern, viel „Misstöne“, die aber bald verklungen waren, nachdem der Taktstock dem Dirigenten Werner Hug aus Münchweier übertragen wurde.

Einen Aufwärtstrend konnte man schon im gleichen Jahr feststellen, und zwar beim 85jährigen Jubiläum. Zu diesem Anlaß erstrahlte die Kapelle erneut in neuer, trachtenähnlicher Uniform. Im Sommer 1979 übernahm Herr Hug seine Heimatkapelle Münchweier und musste daher seine Dirigenten-Tätigkeit aufgeben. Als Nachfolger konnte Erhard Herp aus Ortenberg verpflichtet werden. Ihm gelang es, den Leistungsstand der Kapelle weiter anzuheben. Leider bekam auch Herr Herp in seiner unmittelbaren Heimat in Fessenbach ein Dirigentenangebot, welches er verständlicherweise annahm. Höhepunkt seines hiesigen Wirkens war das 90jährige Jubiläum der Kapelle. Glücklicherweise hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen aktiven Musiker mit Dirigentenschein in unseren Reihen.

Mit Ludwig Göppert konnten wir nach langer Zeit wieder einen einheimischen Dirigenten gewinnen. Unter seiner Leitung verstärkte sich die Kapelle weiter, vor allem auch die Ausbildung von Jungmusikern gehört zu seinem Verdienst. Leider kündigte Ludwig Göppert zum Jahresende 1988 seine fast siebenjährige Dirigententätigkeit, blieb aber weiterhin der Kapelle als aktiver Musiker erhalten.

Kurz darauf konnte der Verein durch Zufall in Herrn Heinrich Bohnert einen qualifizierten Nachfolger finden und verpflichten. Herr Bohnert, ein gebürtiger Seelbacher, zog es zu diesem Zeitpunkt aus Freudenstadt in seine unmittelbaren heimatlichen Gefilde zurück. Seine Haupttätigkeit bestand neben dem Komponieren aus Musikunterricht und seiner eigenen Verlagstätigkeit.

Vom 01. bis 04. Juni 1990 feierte die Musikkapelle Schweighausen ihr 100jähriges, der Musikverein Schweighausen sein 60jähriges Bestehen unter seinem Vorsitzenden Herrn Gerhard Winterer. Der große Festumzug wurde von 30 Vereinen und Vereinigungen gestaltet. Am Montag fand zusätzlich ein Sternmarsch mit sechs Gastvereinen statt.

Auch teilgenommen am großen Vereinsjubiläum hat der Gemischte Chor aus Schweighausen an der Lahn. Schweighausen im Schwarzwald pflegt seit Jahren ein sehr freundschaftliches Verhältnis mit Schweighausen an der Lahn. Da war es nur selbstverständlich, daß Schweighausen an der Lahn gekommen war, um mitzufeiern.

Nach 10jähriger erfolgreicher Dirigenten-Tätigkeit und Ausbildung der Jungmusiker übergab Herr Heinrich Bohnert den Dirigentenstock dem seinerzeit Ersten Vorsitzenden des Musikvereins Herrn Damian Göppert. Mit frischem Wind begeisterte dieser die Musiker und ließ zusammen mit der Kapelle das Publikum am Adventskonzert 1998 an der Freude der Musik teilhaben.

Herr Damian Göppert war zeitgleich Dirigent und Erster Vorsitzender bis im Jahr 2002, mit Ausnahme eines Jahres, in welchem Herr Volker Schmidt aus Oppenau den Taktstock schwang.

2002 konnte der Musikverein dann Herr Josef Striegel als Dirigenten gewinnen. Herr Josef Striegel war kein Fremder. Er war bereits im Musikverein Schweighausen zeitweise aktiver Musiker, des Weiteren hatte der die Jugendausbildung am Holz seit längerem übernommen. Er ist noch immer im Musikverein Welschensteinach als aktiver Musiker tätig, übernimmt beim Musikverein Schweighausen einen Großteil der Jugendausbildung und ist unser sehr geschätzter Dirigent bis heute.

Eine Einladung von Schweighausen an der Lahn anlässlich ihrer 750-Jahrfeier nahm der Musikverein Schweighausen/Schwarzwald sehr gerne an und fuhr 2005 zusammen mit Herrn Bürgermeister Carsten Gabbert in den Taunus, um mit den Freunden zu feiern.